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11.09.19

6,4 Millionen Fördergelder aus Digitalpakt für die Paderborner Schulen

Staatssekretär der CDU-Landesregierung Mathias Richter in Paderborn

Dietrich Honervogt "Die Mittel des Digitalpaktes für die Paderborner Schulen sind gut angelegt," so Dieter Honervogt (Foto), erster stellvertretender Bürgermeister, "...denn wer in die Bildung investiert, investiert in die Zukunft Paderborns."

(Weiterführende Informationen finden Sie in der Pressemeldung des Amtes für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing:)

Im Rahmen einer Vor-Ort-Dialogreihe mit Schulleiterinnen und Schulleitern in Nordrhein-Westfalen zum Thema „Aktuelle Entwicklungen im Schulbereich NRW“ besuchte der Staatssekretär im Ministerium für Schule und Bildung, Mathias Richter am Donnerstag, 5. September, die Friedrich-Spee-Gesamtschule in Paderborn. Neben den Schulleiterinnen und Schulleitern aller Schulformen nahmen auch der erste stellvertretende Bürgermeister, Dietrich Honervogt sowie Vertreterinnen und Vertreter der Schulaufsicht und der Schulträger teil.

Der Staatssekretär Mathias Richter war schon einmal zu Gast an der Friedrich-Spee-Gesamtschule, um bei einem Rundgang durch die Schule mit dem Schulleiter, Lothar Schlegel über die Gesamtschul-Thematik zu sprechen. Nun konnte der Staatssekretär seinen Rundgang fortsetzten und sich unter anderem die Schulbibliothek und den Raum für das Fach „Darstellen und Gestalten“ ansehen. Die anschließende Dialogveranstaltung wollte Mathias Richter nutzen, um sich mit den Akteuren, die die Institution Schule zum Funktionieren bringen, über die zentralen Themen zum Schuljahresanfang auszutauschen. Zum Dialog waren alle Schulformen, einschließlich Berufsschulen und private Träger, eingeladen. „Im Ministerium arbeiten wir jeden Tag daran, unsere Schulen in NRW zu optimieren. Meine Schulbesuche und Dialoge mit Ihnen als Schulleiter und Schulträger sind sehr hilfreich um zu schauen, wie unsere Steuerungsmaßnahmen zu konkreten Themen im Schulalltag funktionieren“, sagt Mathias Richter zu Beginn der Veranstaltung.
Im Hinblick auf die Rückkehr zu G9 konnte der Staatssekretär positive Bilanzen ziehen. Durch ein neu beschlossenes Schulrechtsgesetz und eine aktualisierte Ausbildungs- und Schulreform für die Sekundarstufe I könne die Rückkehr zu G9 nun geordnet ablaufen. Dabei handele es sich um eine neue zeitgerechte Form von G9 mit überarbeiteten Lehrplänen sowie neuen Schulbüchern mit Blick auf die Digitalisierung. Etwa 518 Millionen Euro werde das Ministerium ab 2022 für den neu gebrauchten Schulraum ab 2026 bereitstellen, so Mathias Richter.
Im Vorfeld der Veranstaltung wurde auch die Inklusion als mögliches zentrales Thema der Dialogveranstaltung benannt. Das Einrichten von „Schulen des gemeinsamen Lernens“ sei bisher in weiten Teilen nicht zufriedenstellend verlaufen. Eine Neuausrichtung im Bereich der Inklusion sei dringend notwendig gewesen. Der Staatssekretär verspricht in diesem Zusammenhang eine zusätzliche Förderung und Unterstützung. „Es ist wichtig, die Schulen des gemeinsamen Lernens zu kennen und sie gezielt zu unterstützen. Sowohl die räumliche, als auch die pädagogische Konzeption muss dabei in den Blick genommen werden. Für das neue Schuljahr wollen wir für die Sekundarstufe I insgesamt 957 neue Stellen schaffen, um mit zusätzlichen Fachkräften auch für eine Multiprofessionalität zu sorgen“, sagt Richter. Neben den zusätzlichen Stellen soll es auch ein erhöhtes finanzielles Budget für Fortbildungen im Bereich der Inklusion geben. In Nordrhein-Westfalen gibt es aktuell 775 Inklusions-Schulen, darunter sind 35 Gymnasien offizielle Schulen des gemeinsamen Lernens. Etwa 130 Gymnasien seien es laut Mathias Richter insgesamt, die vereinzelt Inklusion anbieten. Bei rund 144.000 Schülerinnen und Schülern mit einem Förderbedarf besuchen etwa 2.800 Lernende ein Gymnasium, während gut 60.000 Schülerinnen und Schüler eine Schule des gemeinsamen Lernens besuchen.
Zum Thema Digitalpakt verwies der Staatssekretär auf die neue Förderrichtlinie welche am 15. September in Kraft tritt. Diese Förderrichtlinie gibt vor, wie die Schulträger und Schulleiter gemeinsam neue digitale Fördermittel beantragen können. Rund 10 Millionen Euro sollen insgesamt für die Digitalisierung der Schulen in Paderborn bereitgestellt werden. Dabei gehen etwa 6,4 Millionen Euro an die Stadt Paderborn und 3,4 Millionen Euro an den Kreis Paderborn. Bei der Beschaffung neuer digitaler Fördermittel soll der pädagogische Mehrwert berücksichtigt werden. Daher appelliert Mathias Richter an die Zusammenarbeit zwischen Schulträgern und Schulleitern: „Es ist nicht nur wichtig, die Schulen an das schnelle Internet anzuschließen und neue Geräte zu beschaffen. Es soll vor allem auch um einen pädagogisch sinnvollen Einsatz dieser Mittel gehen. Deshalb ist es uns neben der finanziellen Förderung auch wichtig, die Lehrkräfte als medienkompetentes Personal zu schulen“, erklärt der Staatssekretär. „Paderborn ist mit dem Lernstatt Projekt ein Vorreiter in Sachen digitaler schulischer Ausstattung und somit gut aufgestellt“, lobt der Leiter der Gesamtschule Friedrich Spee den Schulträger. Auch das Thema Lehrkräftemangel stehe in der aktuellen Diskussion. Das nordrhein-westfälische Ministerium für Schule und Bildung hat die Bedarfsprognose an Lehrkräften aktualisiert und dabei die Veränderungen durch eine erhöhte Geburtenzahl in NRW sowie durch Flucht und Migration mit einbezogen. Die neue Prognose ergab eine Schieflage bezüglich einiger Fächer und Schulformen. Während es zu viele Lehrkräfte für die Sekundarstufe II gäbe, fehlten für die Grundschulen entsprechend ausgebildete Lehrkräfte. Die Landesregierung habe hier durch entsprechende Maßnahmenpakete konkret gehandelt. Die Ausweitung der Ausbildungskapazitäten an den Hochschulen wirkt jedoch erst in ein paar Jahren. Neben der Fächerkombination und der Schulform ist auch ein Stadt-Land-Gefälle erkennbar: „Viele Lehrkräfte kehren nach dem Studium in ihre Heimat zurück, oder sie bleiben in der Stadt, in der sie studiert haben. Kaum einer möchte in eine ländliche Region ziehen, die man nicht kennt“, erklärt Mathias Richter. Hier in Paderborn ist man dagegen gut aufgestellt: „Durch unsere Universität, die eine Vielzahl an Lehrkräften ausbildet, können wir uns hier in Paderborn eigentlich kaum über einen Lehrkräftemangel beklagen“, so der Schulleiter Lothar Schlegel. Die diskutierten Themen rund um die aktuellen Entwicklungen im Schulbereich NRW nimmt der Staatssekretär Mathias Richter nun mit in das Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Dort werden die Erfahrungsberichte zusammengetragen und anschließend in die weiteren Steuerungsmaßnahmen integriert.