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31.10.18

Kranzniederlegung für polnischen Kriegsopfer in Sennelager

CDU-Ratsherr gedenkt der Opfer des Krieges

CDU-Ratsherr Willi Dohms (Foto): "Wer sich vergegenwärtigen will, wie wichtig die Europäische Union und damit die Beziehungen zwischen Nachbarn wie Deutschland und Polen sind, der soll den Ausländerfriedhof in Sennelager besuchen. Hier liegen sie, die Opfer von Kriegs- und Rassenwahn und mahnen uns zu Frieden und Aussöhnung."

(Für weitere Informationen lesen Sie eine Meldung des städtischen Presseamtes:)

Auf dem Ausländerfriedhof in Sennelager wurde am Montagmorgen, 29. Oktober an die polnischen Kriegsopfer gedacht, welche im Zweiten Weltkrieg gefallen sind.
Neben Bürgermeister Michael Dreier waren auch Andrzej Dudziński , Konsul und Leiter des Auslandspolenreferats des Generalkonsulates der Republik Polen in Köln, und Karl-Ernst Neumann, Vorsitzende des Freundeskreises Paderborn-Przemysl, vor Ort. Auch zahlreiche weitere Gäste haben ihren Weg nach Sennelager gefunden.  
In seiner Ansprache ließ Michael Dreier die Entstehung des Friedhofes Revue passieren.
Zu Beginn des Ersten Weltkrieges im August 1914 wurde ein belgischer Kriegsgefangener erstmals auf dem Friedhof bestattet. Bis zum Jahr 1921 haben insgesamt 405 Tote in Sennelager ihre Ruhe gefunden. Durch eine umfangreiche Umbettungsaktion in den 1960er Jahren wurden ausländische Kriegstote, die auf Friedhöfen im Regierungsbezirk Detmold begraben waren, nach Sennelager umgebettet. Zum jetzigen Zeitpunkt sind es 663 Tote verschiedener Nationalitäten.
Dabei erzählte er weiterhin, dass Polen ein Opfer der Angriffskriege Hitlers geworden ist und die jüdische Bevölkerung dabei fast vollkommen ausgerottet hat. Eine Versöhnung konnte erst mit der Wiedererlangung der polnischen Unabhängigkeit erfolgen.
Der Bürgermeister freute sich über das 25-jährige Bestehen der Städtefreundschaft zur polnischen Stadt Przemysl.
„Die Kriegsgräberstätte hier in Sennelager soll uns daran erinnern, wie wertvoll der Frieden ist“, betonte Michael Dreier und möchte einen Appell an alle Generationen aussprechen, sich der Bedeutung des Friedens bewusst zu sein.
Auch der polnische Konsul Andrzej Dudziński ergriff das Wort und erinnerte an die Opfer der Weltkriege. „Auf dem Friedhof in Sennelager sind Kriegsgefangene, Soldaten und zum größten Teil Zwangsarbeiter begraben“, so Dudziński.
Am Feiertag der Allerheiligen wird in Polen an die Toten gedacht und ihnen die Ehre erwiesen.
Mit dem bekannten Satz „Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart“ vom berühmten ehemaligen deutschen Staatsoberhaupt Richard von Weizsäcker möchte der Generalkonsul auf dem Friedhof in Sennelager ein Zeichen mit der Gedenkveranstaltung setzen.
Von den Auszubildenden der Stadt Paderborn wurden zwei Blumenkränze niedergelegt, um den Opfern der Kriege die Ehre zu erweisen.  
Die Musiker der städtischen Musikschule unter der Leitung des stellvertretenden Musikschulleiters Heiko Röder sorgten für eine musikalische Begleitung.