Nachrichten

21.11.18

„Drohung für Schloß Neuhaus und seine Bürger“

CDU-Ratsfraktion lehnt FÜR-Vorschläge zu Dempsey ab

Die CDU-Fraktion lehnt die jüngsten Vorschläge der FÜR-Fraktion zur Dempsey-Kaserne ab. Diese hatte vorgeschlagen, an der Husarenstraße in Schloß Neuhaus kurzfristig unter anderem höchst günstigen Wohnraum in bestehenden fünf derzeitigen Mannschaftunterkünften zu schaffen. „Jeder muss wissen, dass kurzfristige Entwicklungen auf Kasernengeländen, die noch nicht mal geräumt sind, mit der BIMA nicht funktionieren. Das hat das Beispiel Alanbrooke gezeigt. Dass es dort auch zu keinem Schnellschuss, sondern zu einer vernünftigen Abwägung gekommen ist, lässt die Entwicklung eines attraktiven Quartiers für verschiedene Wohnformen und Nutzergruppen erwarten“, so Fraktionschef Markus Mertens. Der Vorsitzende des Neuhäuser Bezirksausschusses Michael Pavlicic wundert sich generell über die Planungen der FÜR, weil diese doch sicher die Vorschläge der Verwaltung kenne und dabei auch die Aussagen über „einen optimalen Zeitplan“. Diese seien auch jüngst rund 200 interessierten Bürgern in einer Versammlung der CDU präsentiert worden. Dabei sei aus verschiedenen Erwägungen auch deutlich gemacht worden, dass sich nur ein Teil der Wohnblöcke für eine weitere Nutzung eignet.

In der Versammlung wurden von den Anwesenden durchaus die Chancen für die Quartiersentwicklung gesehen, doch standen auch mögliche Risiken im Focus. Und das auf verschiedenen Feldern wie Wohnen, Arbeiten, Bildung und Kinderbetreuung sowie vor allem Verkehr und Sozialstruktur. „Deswegen müssen wir das Areal Dempsey ganzheitlich untersuchen. Für die CDU wäre es ein schwerer Fehler nur einen Baustein aus dem Gesamtkonzept isoliert zu betrachten“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Für Michael Pavlicic (Foto) steht Wohnen bei Dempsey sicherlich im Mittelpunkt. „Auch geförderter Wohnungsbau und dabei auch Wohnen für kinderreiche Familien oder ältere Menschen wird hier eine Rolle spielen, doch ist das ja keine neue Erkenntnis und wurde der Politik bereits vorgestellt. Entscheidend ist allerdings die Mischung“, unterstreicht der Unionspolitiker. Im Übrigen gehe es um die Schaffung von Infrastruktur wie Kita- und Schulplätzen. Da kenne man doch jetzt schon die Probleme, denen sich die Verwaltung aber schon verantwortungsvoll angenommen habe. Auch hier sei ein Schnellschuss kontraproduktiv. „Dafür wird nicht die FÜR gebraucht, die die Verhältnisse in Schloß Neuhaus scheinbar überhaupt nicht kennt und denen die Bindung an die Bevölkerung, Vereine oder Bildungseinrichtungen völlig abgeht. Und wenn ich lese, dass es bereits Investoren für ein solches Konzept gibt, dann müssen das Schloß Neuhaus und seine Bürger fast schon als Drohung auffassen“, so Pavlicic, der deutlich macht, dass beispielsweise ein umfassendes Verkehrskonzept benötigt werde. „Die verkehrliche Situation ist doch schon jetzt angespannt. Ein Verkehrsgutachten muss deswegen definitiv die Planungen für die Gesamtfläche umfassen.“

Für Markus Mertens spielt auch die Betrachtung der Sozialstruktur eine entscheidende Rolle. „Das ist ein Thema, mit dem sich die Neuhäuser Bürger mehr denn je auseinander setzen und zwar nicht nur die, die im Umfeld der Kaserne oder im Mastbruch wohnen.“ Vor allem die unmittelbare Nähe des schwierigen Sozialraums am Wilhelmsberg sei unbedingt zu beachten. Bei Dempsey jetzt in einem ersten Schritt ganz überwiegend auf höchst günstigen Wohnraum zu setzen, berge sozialen Sprengstoff. „Hier ist Sensibilität gefragt, hier muss man ganz genau hinschauen. Das erfordert Zeit, die aber bestens angelegt ist. Alles andere nützt nur radikalen Parteien, das sollten verantwortungsvolle Politiker unbedingt vermeiden“, fordert Mertens.